Wie du Netzteil und Sensor abstimmst
und mehrere Möbelleuchten gemeinsam schaltest
Welche Leuchten sollen auf denselben Auslöser reagieren?
Stell dir einen Schrank mit drei beleuchteten Fächern vor. Sobald du die Tür öffnest, sollen alle drei Leuchten angehen. Bei einer Vitrine möchtest du das Licht vielleicht auch bei geschlossener Tür einschalten. Entscheide deshalb zuerst, was das Licht auslösen soll und welche Leuchten gemeinsam reagieren sollen. Zeichne die gewünschte Gruppe in eine einfache Skizze ein. Sollen zwei Schrankseiten unabhängig voneinander leuchten, plane von Anfang an zwei Steuergruppen.
Zentraler Sensoreingang oder Sensor in der Leitung?
Bei einem zentralen Sensoreingang steckst du einen dafür vorgesehenen Sensor in die Steuerbuchse eines kompatiblen Netzteils oder Verteilers. Der Sensor gibt das Schaltsignal, und das Gerät schaltet die dafür vorgesehenen Leuchtenausgänge gemeinsam. Das eignet sich für mehrere Fächer, deren Leitungen zu einem gemeinsamen Punkt laufen. Im Katalog wird dieser Anschluss als Masterport bezeichnet. Prüfe, welche Ausgänge das gewählte Gerät tatsächlich gemeinsam schaltet.
Ein Sensor in der Leitung sitzt zwischen der Stromversorgung und den Leuchten, die er schaltet. Wenn der Hersteller einen Verteiler hinter dem Sensor vorsieht, fliesst der Strom aller daran angeschlossenen Leuchten durch diesen Sensor. Liegt der Sensor dagegen nur in einem Zweig hinter dem Verteiler, schaltet er nur diesen Zweig. Prüfe das Anschlussbild des konkreten Modells. Zwei Sensoren können äusserlich gleich aussehen und trotzdem unterschiedliche Anschlüsse und Aufgaben haben.
Welche Stromversorgung zu den Leuchten passt
Prüfe zuerst die Ausgangsart des Netzteils. Eine Leuchte für 24 V Gleichspannung braucht die dafür vorgesehene Versorgung. Eine reine LED-Platine für einen konstanten Strom ist anders auszulegen. Ein ähnlicher Stecker sagt darüber nichts aus. Halte deshalb die vollständige Kombination aus Leuchte, Netzteil und Steuerung in deiner Einkaufsliste fest.
Auch ein Sensor in der Leitung setzt voraus, dass das Netzteil diese Schaltung unterstützt. Manche Treiber schliessen das Schalten auf ihrer Ausgangsseite ausdrücklich aus. Diese Einschränkung findest du in den Anschluss- oder Verdrahtungshinweisen. Sie lässt sich durch einen ausreichend belastbaren Sensor allein nicht aufheben. Verwende deshalb nur eine dokumentierte Kombination.
Was Türkontakt, Bewegung und Handgeste im Alltag auslösen
Ein Türkontakt eignet sich, wenn die Beleuchtung an den Zustand einer Tür gekoppelt sein soll. Bei zwei Türen solltest du vor der Auswahl festlegen, ob schon eine offene Tür die ganze Gruppe einschaltet und wann das Licht wieder ausgeht. Prüfe, ob das System genau diese Logik unterstützt.
Ein Bewegungsmelder passt, wenn das Licht auf Bewegung im Erfassungsbereich reagieren soll. Überprüfe den vorgesehenen Montageort bei offener und geschlossener Tür, damit Bewegung vor dem Möbel nur dann auslöst, wenn du das möchtest. Wenn das Licht unabhängig von der Tür bewusst geschaltet werden soll, kommen je nach System ein Berührungs- oder Gestensensor infrage. Für die Bedienung per Handbewegung findest du weitere Beispiele im Beitrag Licht per Handgeste dimmen.
Warum die Leistung pro Buchse und für das ganze System zählt
Notiere Spannung und Leistungsaufnahme jeder Leuchte. Addiere die Leistung aller Leuchten, die gleichzeitig laufen sollen. Dann prüfst du getrennt die Gesamtleistung des Netzteils und die Grenzen jedes gemeinsam belasteten Bauteils. Dazu zählen je nach Aufbau der Eingang des Verteilers, einzelne Ausgänge, Steckverbinder, Verlängerungen und ein Sensor im Lastzweig. Mehr freie Buchsen bedeuten keine zusätzliche Netzteilleistung. (Quelle: Häfele Loox LED Design Guide zur Leistungsplanung)
Ein hypothetisches Beispiel: Drei Leuchten mit je 8 W bei 24 V ergeben zusammen 24 W und rechnerisch 1 A. An drei getrennten Ausgängen entfallen rund 0,33 A auf jede Leuchte. Laufen alle drei über einen Verteiler an einem einzigen Ausgang, muss dieser Ausgang den ganzen Strom tragen. Ein vorgeschalteter Sensor im Lastzweig ebenfalls. Kommt eine vierte Leuchte mit 8 W hinzu, sind es 32 W und rund 1,33 A. Ein Netzteil mit 24 W Ausgangsleistung reicht dafür nicht mehr, selbst wenn noch eine Buchse frei ist. Diese Rechnung zeigt die Lastverteilung. Ob die Kombination zulässig ist, entscheidet das Datenblatt des jeweiligen Systems.
Was du vor dem Einbau am Möbel prüfen solltest
- Markiere Leuchten, Sensor und Steuergruppen. Prüfe bei einem Türsensor die vorgesehene Position und den zulässigen Abstand zur Tür.
- Gleiche Gleichspannung, Stecker, Pinbelegung und Sensorvariante mit dem Anschlussbild ab. Wenn du dimmen willst, prüfe zusätzlich, ob Leuchte und Steuerung dieselbe Dimmart unterstützen.
- Plane Leitungen ausserhalb von Scharnieren, Schubladenführungen und anderen beweglichen Teilen. Lass Netzteil, Verteiler und Steckverbindungen zugänglich und beachte die Einbauhinweise des Herstellers.
- Teste das Verhalten vor der endgültigen Befestigung. Öffne bei einem zweitürigen Möbel beide Türen einzeln und zusammen. Prüfe danach, wann das Licht ausgeht und ob alle vorgesehenen Fächer gleichzeitig reagieren.
Diese Planung bezieht sich auf die dafür vorgesehenen Steckverbindungen auf der Niedervoltseite. Wenn eine Steckdose versetzt oder ein fester Netzanschluss geändert werden muss, lass das von einer Elektrofachkraft ausführen.
Wenn nur ein Fach schaltet oder das Licht unerwartet reagiert
Schaltet ein Sensor nur eine Leuchte, prüfe zunächst die dokumentierte Zuordnung. Sitzt er im Zweig dieser Leuchte, ist genau dieses Verhalten zu erwarten. Soll die gesamte Gruppe reagieren, brauchst du die dafür vorgesehene gemeinsame Steuerung. Zwei Sensoren einfach hintereinanderzustecken ergibt keine verlässliche Logik für zwei Türen. Suche in den Unterlagen nach der ausdrücklich unterstützten Mehrsensor- oder Dualkontakt-Funktion.
Wenn alle Fächer gleichzeitig kurz aufleuchten oder beim Dimmen ausfallen, notiere zunächst, wann das passiert und welche Leuchten angeschlossen sind. Prüfe anhand der Typenschilder, ob Gesamtleistung, Spannung und Dimmverfahren zusammenpassen. Ein solches Verhalten kann mehrere Ursachen haben. Tausche Komponenten deshalb nicht allein aufgrund dieser Beobachtung aus. Halte für die Rückfrage beim Fachbetrieb oder Hersteller die Artikelbezeichnungen und eine Skizze der Anschlüsse bereit.
Bei ungleich heller Beleuchtung vergleiche auch die Leitungswege und die zulässigen Verlängerungen. Herstellervorgaben für Kabellänge, Einbau und Belüftung gelten für das konkrete Gerät. Werte aus dem Datenblatt eines anderen Netzteils sind dafür keine Freigabe. Verlege Netzteil und Steckverbindungen so, dass du sie später erreichen kannst, ohne das gesamte Möbel zu zerlegen.
Mein Fazit
Für einen Schrank, dessen Fächer immer gemeinsam leuchten sollen, würde ich zuerst die gewünschte Türlogik festlegen und dann einen passenden zentralen Sensoreingang auswählen. Zeichne als Nächstes ein, welche Leuchte an welcher Buchse hängt, und schreibe die Leistung daneben. Mit dieser Skizze kannst du das Anschlussbild abgleichen und siehst, ob eine einzelne Buchse, ein Verteiler oder das Netzteil die Auswahl begrenzt.
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